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Magic-Formula-Screener

Joel Greenblatts Idee passt in einen Satz: Kaufe gute Unternehmen zu günstigen Preisen. Die Magic Formula macht daraus eine Rangfolge aus genau zwei Kennzahlen – und st-ox berechnet sie nach den Definitionen aus dem Buch, auf zwölf Märkten.

Die zwei Kennzahlen

Kapitalrendite – wie gut
EBIT ÷ (Nettoumlaufvermögen + Nettoanlagevermögen)

Wie viel operativen Gewinn das Unternehmen auf das Sachkapital erwirtschaftet, das es für den laufenden Betrieb braucht.

Gewinnrendite – wie günstig
EBIT ÷ Unternehmenswert

Wie viel operativen Gewinn du für den Preis bekommst, den das ganze Unternehmen samt Schulden kosten würde.

Bring die Unternehmen bei beiden Kennzahlen in eine Rangfolge (1 = am besten), addiere die beiden Ränge – die niedrigsten Summen gewinnen.

Woher sie stammt

Greenblatt beschrieb die Formel in The Little Book That Beats the Market (deutsch: Die Börsen-Zauberformel), erschienen 2005 und nach seinen Worten so geschrieben, dass seine Kinder es verstehen. Das Argument ist dasselbe, das vor ihm Benjamin Graham und Warren Buffett vertraten: Eine Aktie ist ein Stück eines Unternehmens, und gut fährt, wer gute Unternehmen unter ihrem Wert kauft. Greenblatts Beitrag war ein Weg, das mechanisch zu tun, ohne einen einzigen Geschäftsbericht zu lesen – zwei Kennzahlen, zwei Rangfolgen, eine Summe.

Die bewusste Einfachheit ist der Kern. Es gibt keine Gewichtung, über die man streiten könnte, keine Prognose, die danebenliegen kann, und kein Urteil darüber, welches Unternehmen „besser“ ist. Ein Unternehmen schneidet bei beiden Kennzahlen gut ab oder eben nicht.

Die zwei Kennzahlen – und warum genau diese

Kapitalrendite – ist das ein gutes Geschäft?

Ein gutes Geschäft verdient viel auf das Geld, das in ihm gebunden ist. Genau das misst die Kapitalrendite: den operativen Gewinn (EBIT, Ergebnis vor Zinsen und Steuern) geteilt durch das Kapital, das das Geschäft für den laufenden Betrieb braucht – sein Nettoumlaufvermögen (das Geld, das in Vorräten und offenen Kundenrechnungen steckt, abzüglich dessen, was es Lieferanten schuldet) plus sein Nettoanlagevermögen (Fabriken, Maschinen, Filialen).

Zwei Entscheidungen fallen dabei auf. Die Formel nutzt Sachkapital, damit ein Goodwill aus früheren Übernahmen die Zahl weder schönt noch drückt; ein Unternehmen wird danach beurteilt, was es für den weiteren Betrieb braucht, nicht danach, was es einmal für etwas bezahlt hat. Und sie nutzt das EBIT statt des Nettogewinns, damit Verschuldung und Steuersatz nicht verändern, wie gut das eigentliche Geschäft aussieht.

Gewinnrendite – ist es günstig?

Die Gewinnrendite ist das EBIT geteilt durch den Unternehmenswert (Enterprise Value) – den Börsenwert der Aktien plus die Nettoverschuldung des Unternehmens. Sie zeigt den operativen Gewinn, den du jedes Jahr bekämst, wenn du das ganze Unternehmen kaufen und seine Schulden ablösen würdest.

Aus demselben Grund wie oben ist das ein besserer Maßstab als das bekannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Zwei Unternehmen mit identischem Geschäft und identischem Aktienkurs können sehr unterschiedliche KGVs haben, nur weil eines mehr Schulden trägt. Der Unternehmenswert rechnet die Schulden mit ein, und das EBIT ist ein Gewinn vor den Zinsen, die auf diese Schulden anfallen.

So funktioniert die Rangfolge

Die Formel fragt nie, ob eine Kapitalrendite von 30 % „gut“ oder eine Gewinnrendite von 8 % „günstig“ ist. Sie fragt nur, wie jedes Unternehmen im Vergleich zu den anderen abschneidet. Hier die ganze Methode an fünf erfundenen Unternehmen:

UnternehmenUnt.KapitalrenditeKRGewinnrenditeGRRang KRKR #Rang GRGR #Summe
B35 %9 %224 · 1.
D12 %15 %415 · 2.
A60 %3 %156 · 3.
C25 %6 %347 · 4.
E8 %7 %538 · 5.

Achte darauf, wer gewinnt. A ist das beste Geschäft auf der Liste und D das günstigste, aber keines von beiden liegt vorn. B liegt vorn, weil es bei beiden Kennzahlen gut abschneidet. Darin liegt das Wesen der Formel: Sie meidet wunderbare Unternehmen zu absurden Preisen ebenso wie billige Unternehmen, die aus gutem Grund billig sind, und sucht die Schnittmenge.

Auf einem echten Markt läuft dieselbe Rechnung über Hunderte Unternehmen gleichzeitig. Stand September 2026 liegen rund 1.600 US-Unternehmen über der Mindestgröße, und rund tausend bleiben für die Rangfolge übrig, wenn Finanzwerte, Versorger und Unternehmen mit Verlust entfernt sind.

Wer in die Auswahl kommt

Börsenwert über der Mindestgröße des jeweiligen Markts – 2 Mrd. $ am US-Markt, anderswo je Börse festgelegt
Stammaktien an ihrer Heimatbörse – keine Vorzugsaktien und keine Zweitnotierungen
Positiver operativer Gewinn – ein Unternehmen mit operativem Verlust hat keine Gewinnrendite, die man kaufen könnte
Positiver Unternehmenswert und alle Zahlen, die für die beiden Kennzahlen nötig sind
Keine Finanzunternehmen – Banken, Versicherer, Vermögensverwalter
Keine Versorger

Die beiden Ausschlüsse stammen von Greenblatt selbst. Für eine Bank ist Fremdkapital der Rohstoff des Geschäfts und nicht nur eine Form der Finanzierung; Unternehmenswert und Umlaufvermögen verlieren deshalb ihre Bedeutung, und eine Bank würde je nach Darstellung ihrer Zahlen absurd gut oder schlecht abschneiden. Versorger erzielen Renditen, die weitgehend ihre Regulierungsbehörden festlegen, was die Kapitalrendite auf ähnliche Weise verzerrt.

Ein Unternehmen, dem eine nötige Zahl fehlt, wird weggelassen statt geschätzt. Eine Rangfolge ist nur so ehrlich wie ihre schlechteste Eingabe.

Was bewusst fehlt

Jede Zeile zeigt trotzdem den Punkt des Dip-Signals, den die App überall zeigt – rechne hier aber mit viel Gelb und Rot. Das Signal warnt vor fallenden Trends, und die Formel wählt genau solche Aktien mit Absicht aus. Es ist ein Hinweis zum Zeitpunkt, kein Urteil über die Rangfolge.

Wie st-ox sie berechnet

Auf dem Papier ist die Formel einfach, in der Praxis kniffelig, weil die nötigen Zahlen nicht alle in der Form veröffentlicht werden, die sie braucht. Was st-ox tut und wo es Näherungen braucht:

Warum manche Kapitalrenditen absurd aussehen

Du wirst Kapitalrenditen von mehreren Tausend Prozent sehen. Das sind keine Fehler. Ein Softwareunternehmen oder ein Lizenzgeber für Arzneimittel hat oft ein negatives Umlaufvermögen (zählt als null) und kaum Sachanlagen, sein operativer Gewinn wird also durch fast nichts geteilt. Die Formel soll Geschäfte belohnen, die zum Wachsen wenig Kapital brauchen, und diese sind der Extremfall. Weil die Rangfolge den Platz jedes Unternehmens nutzt und nicht die Höhe seiner Zahl, bringen 3.000 % auch nicht mehr als Rang 1.

Wo st-ox vom Buch abweicht

Wovor Greenblatt selbst warnt

Das Buch geht ungewöhnlich offen mit den Schwächen der Methode um, und das ist sein nützlichster Teil:

Was sie trotzdem nicht sieht

Die Formel liest die zuletzt gemeldeten Zahlen und sonst nichts – das ist zugleich ihre Stärke und ihr blinder Fleck:

Greenblatts Antwort war, so viele Werte zu halten, dass keiner dieser Fälle allein viel ausmacht. Deshalb ist die Liste dreißig Werte lang, und deshalb ist es eine andere Strategie als die im Buch, sich daraus drei Favoriten herauszupicken.

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Dieselbe Technik steckt hinter vier weiteren Screens in st-ox. Wie die Version mit Qualität und Wachstum und die Bewertung mit mehreren Faktoren funktionieren, erklärt die Seite zum GARP-Screener; um die kleinsten Werte des Markts geht es beim Pennystock-Screener. Ob der Markt als Ganzes günstig ist, zeigt der Buffett-Indikator.

Häufige Fragen

Was ist die Magic Formula?
Die Magic Formula ist das Verfahren, mit dem Joel Greenblatt Aktien in eine Rangfolge bringt; er beschrieb es in „The Little Book That Beats the Market“ (2005; deutsch: „Die Börsen-Zauberformel“). Jedes Unternehmen im Anlageuniversum bekommt zwei Ränge: einen für die Kapitalrendite, die misst, wie gut das Geschäft ist, und einen für die Gewinnrendite, die misst, wie günstig es ist. Die beiden Ränge werden addiert, und die Unternehmen mit der niedrigsten Summe kommen in die engere Wahl. Weitere Faktoren oder Gewichtungen gibt es nicht. Greenblatt schloss Finanzunternehmen und Versorger aus und schlug vor, 20 bis 30 der besten Werte jeweils etwa ein Jahr zu halten.
Wie werden Kapitalrendite und Gewinnrendite berechnet?
Die Kapitalrendite ist der operative Gewinn (EBIT) geteilt durch das Sachkapital, das das Geschäft für den laufenden Betrieb braucht: Nettoumlaufvermögen plus Nettoanlagevermögen. Die Gewinnrendite ist das EBIT geteilt durch den Unternehmenswert, also den Börsenwert der Aktien plus die Nettoverschuldung. Beide nutzen das EBIT statt des Nettogewinns, damit sich Unternehmen mit unterschiedlicher Verschuldung und unterschiedlichen Steuersätzen fair vergleichen lassen, und die Kapitalrendite nutzt das Sachkapital, damit ein Goodwill aus früheren Übernahmen die Zahl weder schönt noch drückt.
Funktioniert die Magic Formula noch?
Der Backtest im Buch umfasste 1988 bis 2004 und zeigte Ergebnisse weit über dem Markt. Seit Erscheinen des Buchs lagen die Ergebnisse deutlich darunter, und Greenblatt selbst warnte, dass die Strategie ein bis drei Jahre am Stück hinter dem Markt zurückbleiben kann. Niemand kann versprechen, dass sie den Markt künftig schlägt. Was sie bietet, ist ein disziplinierter, mechanischer Weg, profitable Unternehmen zu niedrigen Preisen zu finden – ein vernünftiger Ausgangspunkt für eigene Recherche, ob sie nun besser abschneidet oder nicht.
Warum sind Banken, Versicherer und Versorger ausgeschlossen?
Weil die beiden Kennzahlen bei ihnen nicht dasselbe bedeuten. Für eine Bank ist Fremdkapital der Rohstoff des Geschäfts und nicht nur eine Form der Finanzierung; Unternehmenswert, EBIT und Umlaufvermögen verlieren deshalb ihre übliche Bedeutung, und eine Bank sähe je nach Darstellung ihrer Zahlen absurd günstig oder absurd schwach aus. Versorger sind regulierte Unternehmen, deren Renditen faktisch von Regulierungsbehörden festgelegt werden, was die Kapitalrendite auf ähnliche Weise verzerrt. Greenblatt hat beide Gruppen ausgeschlossen, und st-ox macht es genauso.
Warum liegt die Kapitalrendite manchmal bei mehreren Tausend Prozent?
Weil die Formel die Rendite auf das betriebliche Sachkapital misst und manche Geschäfte fast keines brauchen. Ein Softwareunternehmen oder ein Lizenzgeber für Arzneimittel, dessen Kunden im Voraus zahlen, hat oft ein negatives Umlaufvermögen, das als null zählt, und kaum Sachanlagen. Teilt man den operativen Gewinn durch eine sehr kleine Kapitalbasis, kommt ein sehr hoher Prozentwert heraus. Genau so ist die Formel gedacht – sie soll Geschäfte belohnen, die zum Wachsen wenig Kapital brauchen –, und weil die Rangfolge die Reihenfolge und nicht die Höhe der Zahl nutzt, bringen 3.000 % auch nicht mehr als Rang 1.
Warum notieren so viele Treffer unter ihrer 200-Tage-Linie?
Weil die Formel gute Unternehmen sucht, die der Markt abgestraft hat, und deren Aktien sind meist im Abwärtstrend. Die anderen Screens im Smart Screen zeigen nur Aktien über ihrer 200-Tage-Linie; dieser bewusst nicht, weil der Filter einen großen Teil dessen entfernen würde, was die Formel auswählt. Aus demselben Grund zeigen viele Zeilen beim Dip-Signal einen gelben oder roten Punkt: Dieses Signal warnt vor fallenden Trends, und die Formel achtet überhaupt nicht auf den Zeitpunkt.
Ist der Magic-Formula-Screener kostenlos?
Ja. Die Magic Formula ist einer der Screens im Smart Screen von st-ox, der kostenlos und ohne Werbung ist, und sie läuft auf zwölf Märkten: USA, London, Paris, Frankfurt, Amsterdam, Mailand, Schweiz, Stockholm, Kopenhagen, Helsinki, Tokio und Hongkong. Sie liefert Ideen und einen Ausgangspunkt für eigene Recherche, keine Anlageberatung und keine Empfehlung, eine Aktie zu kaufen.

Die Magic Formula in st-ox

Wähle einen Markt und den Screen „Magic Formula“ und du erhältst die 30 Treffer mit der niedrigsten Rangsumme – mit beiden Rängen, operativem Gewinn, Unternehmenswert und Dip-Signal in jeder Zeile. Kostenlos, ohne Werbung.

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Nur zur Information und Bildung. Keine Anlageberatung und keine Empfehlung, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen. Vergangene Ergebnisse einer Strategie, auch der in Greenblatts Buch beschriebene Backtest, sagen nichts über künftige Renditen aus. Die Treffer eines Screens sind ein Ausgangspunkt für deine eigene Recherche.