Der Buffett-Indikator
Der Wert des gesamten US-Aktienmarkts in Prozent des BIP – eine der umfassendsten Einzelkennzahlen dafür, ob der Markt teuer ist.
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Was ist der Buffett-Indikator?
Der Buffett-Indikator teilt den Marktwert aller börsennotierten Aktien eines Landes durch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Landes. Heraus kommt ein Prozentwert: wie groß der Aktienmarkt im Verhältnis zur Realwirtschaft geworden ist, die ihn letztlich trägt.
Benannt ist er nach Warren Buffett, der 2001 in einem Artikel im Magazin Fortune (gemeinsam mit Carol Loomis) schrieb, das Verhältnis von Marktwert zu BIP sei „wahrscheinlich das beste einzelne Maß dafür, wo die Bewertungen zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen“. Lief der Marktwert der Wirtschaftsleistung weit davon, fielen die späteren Renditen in der Vergangenheit eher mager aus; hinkte er hinterher, waren sie meist höher.
So liest du ihn
Es gibt keine magische Zahl, ab der man verkaufen sollte. Das Verhältnis ist über Jahrzehnte gestiegen: Die Märkte sind liquider geworden, mehr Unternehmen sind börsennotiert, die Zinsen sind über Jahrzehnte gefallen, und US-Unternehmen verdienen einen wachsenden Teil ihrer Gewinne im Ausland (Umsätze, die das US-BIP nie erfasst). Ein Wert, der 1970 extrem gewirkt hätte, ist heute eher gewöhnlich.
Deshalb misst st-ox ihn nicht an einer festen Schwelle, sondern stellt eine einfachere Frage: Wie weit liegt der heutige Wert von seinem eigenen langfristigen Durchschnitt entfernt?
- Deutlich unter dem Durchschnitt – unterbewertet, historisch günstig
- Etwa im Durchschnitt – fair bewertet
- Klar über dem Durchschnitt – überbewertet
- Weit über dem Durchschnitt, nahe an historischen Extremen – deutlich überbewertet
Die Anzeige oben ordnet den heutigen Wert auf dieser Skala ein, mit Zwischenstufen („leicht unter-“ bzw. „leicht überbewertet“). (Für Statistikinteressierte: „Wie weit“ wird in Standardabweichungen vom Durchschnitt gemessen – um die Einordnung zu lesen, brauchst du die Mathematik aber nicht.)
Warum er für dein Depot wichtig ist
Die Bewertung gehört zu den wenigen Größen, die nachweislich etwas über langfristige Renditen aussagen – nicht über den Kurs der nächsten Woche, sondern über die durchschnittliche jährliche Rendite der folgenden 5–10 Jahre. Ein hoher Buffett-Indikator heißt nicht, dass du verkaufen sollst. Er spricht eher dafür, die Erwartungen zu dämpfen und zu prüfen, wie viel Risiko dein Plan wirklich braucht. Ein niedriger Wert ist Rückenwind für alle, die geduldig anlegen.
So – als Erwartung, nicht als Zeitpunkt – zeigt ihn auch st-ox: auf der Seite Marktbewertung in der st-ox-App, zusammen mit dem Abstand zum Trend und Tobins Q.
Grenzen
- Bestandsgröße gegen Stromgröße. Die Marktkapitalisierung ist eine Momentaufnahme angesammelten Werts, das BIP die Leistung eines Jahres. Das Verhältnis vergleicht zwei verschiedene Arten von Zahlen.
- Globalisierung. In den USA notierte Konzerne erzielen einen großen Teil ihres Umsatzes im Ausland. Das treibt die Marktkapitalisierung, ohne das US-BIP zu erhöhen.
- Zinsen. Niedrigere Zinsen rechtfertigen höhere Bewertungen, sodass sich das „faire“ Niveau mit dem Zinsumfeld verschiebt.
- Nur USA. Dieser Maßstab ist für den US-Markt aussagekräftig; andere Regionen müssen an ihrer eigenen Historie gemessen und eigens eingeordnet werden.
- Abgrenzung. st-ox nutzt den Marktwert der Aktien nichtfinanzieller US-Unternehmen aus der Finanzierungsrechnung Z.1. Banken und Versicherer fehlen darin, nicht börsennotierte Unternehmen sind enthalten. Der Verlauf ähnelt anderen Varianten des Indikators, das Niveau weicht ab.
Häufige Fragen
Was ist der Buffett-Indikator?
Wie hoch ist der Buffett-Indikator aktuell?
Ist ein hoher Buffett-Indikator ein Verkaufssignal?
Wie wird der Buffett-Indikator berechnet?
Was ist ein normaler Wert für den Buffett-Indikator?
Die Anzeige in st-ox
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