GARP-Screener
Wachstum zu einem vernünftigen Preis: profitable, wachsende Unternehmen, bei denen du möglichst nicht zu viel bezahlst. So sucht der Smart Screen von st-ox danach – an 12 Börsenplätzen.
So wird der Score gewichtet – Quality Compounder
Was ist GARP?
GARP – „Growth At a Reasonable Price“, Wachstum zu einem vernünftigen Preis – ist der Mittelweg zwischen reinem Wachstums- und reinem Value-Investing und wird vor allem mit Peter Lynch verbunden. Wer auf Wachstum setzt, zahlt für schnelle Expansion viel; wer auf Value setzt, sucht günstige Aktien. GARP verlangt beides zugleich: echtes, dauerhaftes Wachstum und eine vernünftige Bewertung. Die klassische Kurzformel ist die PEG-Ratio – das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) geteilt durch die Wachstumsrate –, aber ein guter GARP-Screen geht über die PEG-Ratio allein hinaus.
So funktioniert der Screen
Der Smart Screen ist kein einzelner Filter, sondern eine Abfolge von Schritten, die aus einem ganzen Markt eine sortierte Auswahl macht:
- Du wählst einen der 12 Märkte.
- Die festen Hürden greifen – ein Unternehmen muss jede davon nehmen.
- Übrig bleiben nur Aufwärtstrends – Kurs über der 200-Tage-Linie.
- Jede verbliebene Aktie bekommt einen Score von 0 bis 100 aus vier Faktoren.
- Je Sektor kommen höchstens vier Werte in die Liste, angezeigt werden die besten 25.
Die festen Hürden
Hier gibt es nur Ja oder Nein: Der Screen „Quality Compounder“ verlangt jede dieser Hürden.
Die Bewertung ist bewusst keine Hürde, sondern fließt nur in den Score ein. Eine Aktie, die bei Qualität, Wachstum und Momentum stark ist, kann also weit oben stehen, obwohl sie teuer wirkt – prüfe PEG und Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis, bevor du den Preis für vernünftig hältst.
Die vier Faktoren
Was alle Hürden nimmt, bekommt einen Score von 0 bis 100. Jeder Faktor beruht auf Verhältniszahlen, deshalb lässt sich derselbe Score in jeder Währung und an jedem Markt berechnen:
ROIC (nicht nur die Eigenkapitalrendite), Bruttomarge, Free-Cashflow-Marge und eine niedrige Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA – wie gut und wie dauerhaft das Geschäft ist.
Tatsächlich erzieltes Wachstum von Umsatz und verwässertem Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr – echte Ergebnisse, keine Hoffnungen der Analysten.
PEG und Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis zusammen, damit sich eine hohe Bewertung nicht hinter einer großen Wachstumszahl verstecken kann.
Kursentwicklung über ein Jahr und die Nähe zum 52-Wochen-Hoch – mit geringem Gewicht, damit bei sonst ähnlichen Werten die Aktien vorn liegen, die der Markt schon bevorzugt.
Die Kennzahlen, auf die es ankommt
Zwei Screens mit derselben Idee können sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern, je nachdem, welchen Zahlen sie vertrauen. Der Screen „Quality Compounder“ trifft hier bewusste Entscheidungen:
- ROIC statt ROE. Die Eigenkapitalrendite lässt sich mit Schulden aufblähen; der ROIC misst den Ertrag auf das gesamte Kapital im Unternehmen und ist deshalb das sauberere Qualitätsmerkmal.
- Nettoverschuldung/EBITDA statt Verschuldungsgrad. Ein ehrlicheres Bild der Verschuldung – Unternehmen mit mehr Cash als Schulden (Nettoliquidität) schneiden dabei besser ab.
- PEG und Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis. Gewinne lassen sich bilanziell gestalten, der Free Cashflow ist schwerer zu schönen – deshalb zählt bei der Bewertung beides.
Nicht nur GARP: vier weitere Stile
„Quality Compounder“ ist der eigentliche GARP-Screen; im selben Smart Screen gibt es vier weitere:
- Emerging Growth – schneller wachsende kleine und mittlere Unternehmen mit stabilen Margen; eine Free-Cashflow-Hürde gibt es hier nicht, ein positiver Free Cashflow fließt stattdessen in den Score ein. Die Spanne des Börsenwerts ist breit – in den USA etwa 300 Mio. bis 20 Mrd. $ –, die größten Treffer können also schon Großunternehmen sein.
- Capital Preservation – defensive, schwankungsarme Dividendenzahler, sortiert nach Qualität, Stabilität, einem nicht überdehnten Kurs und Dividende statt nach Wachstum.
- Microcap Survivors – das Penny- und Microcap-Segment, sortiert vor allem nach Überlebensfähigkeit. In dieser Größe entstehen Verluste meist nicht durch eine falsche Anlagethese, sondern durch Verwässerung. Deshalb stellt der Screen die Cash-Reichweite nach vorn (wie viele Quartale das Geld beim aktuellen Mittelabfluss noch reicht), verlangt eine Bilanz, die keine Kapitalerhöhung erzwingt, und schließt OTC- und Pink-Sheet-Werte ganz aus.
- Magic Formula – Joel Greenblatts Rangfolge aus zwei Kennzahlen: Jedes Unternehmen bekommt einen Rang nach Kapitalrendite und einen nach Gewinnrendite, und die niedrigste Rangsumme gewinnt. Keine Gewichtung, keine Obergrenze je Sektor und, anders als bei den anderen Screens, kein Trendfilter – die Formel kauft bewusst gute Unternehmen, die der Markt abgestraft hat.
Abgedeckte Märkte
Du kannst den Screen an jedem der zwölf Börsenplätze laufen lassen: USA, London, Paris, Frankfurt (Xetra), Amsterdam, Mailand, Schweiz, Stockholm, Kopenhagen, Helsinki, Tokio und Hongkong. Behalte dabei auch die Bewertung des Gesamtmarkts im Blick – das große Bild für die USA zeigt der Buffett-Indikator.
Häufige Fragen
Was ist ein GARP-Screener?
Welche Filter nutzt der Screen „Quality Compounder“?
Warum ROIC statt ROE?
Welche Märkte kann ich durchsuchen?
Kann ich nach Pennystocks suchen?
Kann ich Joel Greenblatts Magic Formula nutzen?
Ist der Aktien-Screener kostenlos?
Der GARP-Screen in st-ox
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