Das Ivy-Portfolio
Mebane Fabers Portfolio nach dem Vorbild großer US-Universitätsstiftungen: fünf Anlageklassen zu je 20 % – so, wie die Stiftungen von Yale und Harvard ihr Risiko streuen.
Die Aufteilung
Fünf gleich große Teile, keine Prognose nötig. Es geht nicht darum, die Gewinner auszuwählen, sondern eine wirklich breite Mischung aus Aktien, Anleihen, Immobilien und Sachwerten zu halten – damit du schon besitzt, was im nächsten Jahrzehnt vorn liegt.
Was ist das Ivy-Portfolio?
Das Ivy-Portfolio stammt aus dem Buch The Ivy Portfolio von Mebane Faber und Eric Richardson (2009). Faber untersuchte darin, wie die großen US-Universitätsstiftungen – allen voran Yale unter David Swensen – hohe und stetige Renditen erzielten. Ihr Vorsprung beruhte auf breiter Streuung über viele Anlageklassen und diszipliniertem Rebalancing. Faber hat das zu einer Strategie verdichtet, die sich auch privat mit fünf günstigen ETFs in gleicher Gewichtung umsetzen lässt.
Die fünf Anlageklassen
Jeder 20-%-Baustein hat eine eigene Aufgabe:
Beispiel-ETFs
Das klassische Ivy-Portfolio nutzt diese in den USA aufgelegten ETFs, jeweils mit 20 % gewichtet. Das sind Beispiele, keine Empfehlungen.
| Anlageklasse | Gewicht | ETF |
|---|---|---|
| US-Aktien (Gesamtmarkt) | 20 % | VTI |
| Aktien – Welt ohne USA | 20 % | VEU |
| US-Staatsanleihen (7–10 Jahre) | 20 % | IEF |
| Immobilien (US-REITs) | 20 % | VNQ |
| Breit gestreute Rohstoffe | 20 % | DBC |
Für Anlegende in Europa: Diese ETFs sind in den USA aufgelegt. Wer in der EU privat anlegt, kann sie in der Regel nicht direkt kaufen (PRIIPs/MiFID), und sie bringen ein Währungsrisiko zwischen US-Dollar und Euro mit. Nutze UCITS-ETFs, die dieselben Anlageklassen abbilden. Auch st-ox lädt für das Ivy-Portfolio diese US-ETFs – als Referenz.
Die Timing-Regel – die Besonderheit des Originals
Faber beließ es in seinem Buch nicht bei „Buy and Hold“. Sein Markenzeichen ist eine einfache Trendfolgeregel: Einmal im Monat wird jeder Baustein geprüft: Gehalten wird er nur, solange er über seinem gleitenden 10-Monats-Durchschnitt notiert (das entspricht etwa der 200-Tage-Linie); liegt er darunter, wandert er in Cash, bis er wieder darüber steigt. In Fabers Rückrechnungen blieb das Portfolio so den schlimmsten Phasen großer Bärenmärkte fern, und die Verluste fielen deutlich kleiner aus – um den Preis von mehr Umschichtungen und gelegentlichen Fehlsignalen.
Die einfachere Variante, die die meisten umsetzen – und die st-ox lädt –, ist die feste Gleichgewichtung ohne Timing-Signal, die regelmäßig per Rebalancing wieder auf je 20 % gebracht wird. st-ox berechnet das Timing-Signal nicht.
Was du erwarten kannst
Das Ivy-Portfolio ist stärker auf Wachstum ausgerichtet als die defensiven Portfolios für jede Marktlage. Mit 80 % in Aktien, Immobilien und Rohstoffen und nur 20 % in Anleihen rechnet st-ox im Szenario mit etwa 6 % nominaler Jahresrendite bei rund 11 % Volatilität – eine grobe Schätzung, keine Prognose. Nach diesen Annahmen liegt die erwartete Rendite über der einer anleihelastigen Mischung, zwischendurch aber auch mit entsprechend größeren Ausschlägen – genau die soll die optionale Timing-Regel dämpfen. Garantiert ist davon nichts.
Ivy und die defensiven Portfolios
Wenn du Portfolios vergleichst, die in jeder Marktlage bestehen sollen:
- Ivy – auf Wachstum ausgerichtet und weltweit gestreut, überwiegend Aktien, Immobilien und Rohstoffe. Höhere erwartete Rendite, größere Rückschläge.
- All-Weather – nach Risiko ausbalanciert, mit einem großen Baustein langlaufender Anleihen; ruhiger, mit geringerer Rendite.
- Permanent Portfolio – das defensivste, mit je einem Viertel in Cash und Gold.
Grenzen
- Die Gleichgewichtung ist willkürlich. Einfach, aber nicht nach Risiko optimiert – der Rohstoffbaustein trägt ein ganz anderes Risiko als der Anleihebaustein.
- Rohstoffe bremsen. Der Rohstoffbaustein kann jahrelang hinterherhinken und zahlt sich meist erst bei Inflation aus.
- Ohne Timing keine Dämpfung. Verzichtest du auf die 10-Monats-Regel, trägst du Kursverluste in voller Höhe mit; in Fabers Rückrechnungen hat die Regel sie deutlich verringert.
- In den USA aufgelegt. Wer in Europa anlegt, braucht UCITS-Alternativen und trägt ein Währungsrisiko.
Häufige Fragen
Was ist das Ivy-Portfolio?
Wie ist das Ivy-Portfolio aufgeteilt?
Was ist die Timing-Regel des Ivy-Portfolios?
Was unterscheidet das Ivy-Portfolio vom All-Weather- und vom Permanent Portfolio?
Welche Nachteile hat das Ivy-Portfolio?
Das Ivy-Portfolio in st-ox
Übernimm die Aufteilung in fünf gleiche Bausteine direkt ins Rebalancing, verfolge sie mit aktuellen Kursen und rechne eine Einmalanlage oder monatliche Sparraten über 1 bis 30 Jahre durch. Kostenlos, ohne Werbung.
st-ox kostenlos öffnen →Nur zu Informationszwecken. Keine Anlageberatung und keine Empfehlung, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen oder eine Strategie zu verfolgen. Die Ticker sind Beispiele für Fonds, die die jeweilige Anlageklasse abbilden, keine Empfehlungen.