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Das All-Weather-Portfolio

Die Allwetter-Strategie von Ray Dalio – darauf ausgelegt, bei Wachstum, Rezession, Inflation und Deflation standfest zu bleiben, indem sie das Risiko ausbalanciert, statt der Rendite hinterherzulaufen.

Die Aufteilung

Aktien 30 %
Lange Anleihen 40 %
Mittlere Anleihen 15 %
Gold 7,5 %
Rohstoffe 7,5 %

Die Gewichte wirken stark zugunsten der Anleihen verschoben – mit Absicht. Aktien schwanken weit stärker als Anleihen, deshalb tragen 30 % Aktien und 55 % Anleihen ungefähr gleich viel Risiko bei. Gold und Rohstoffe sind die Versicherung gegen Inflation. Diese Idee – das Risiko gleichmäßig zu verteilen statt der Geldbeträge – heißt Risk Parity und ist der Kern der Strategie.

Beispiel-ETFs

Das Portfolio besteht aus Anlageklassen, nicht aus bestimmten Fonds. Die folgenden günstigen ETFs decken jeden Baustein ab – für Anlegerinnen und Anleger in den USA und in Europa (UCITS). Für Gold gibt es in Europa keinen UCITS-Fonds; XGDU ist ein ETC (eine mit physischem Gold besicherte Schuldverschreibung). Das sind Beispiele, keine Empfehlungen.

AnlageklasseGewichtUS-ETFEuropa (UCITS)
US-Aktien (S&P 500)30 %VOOSXR8 IE00B5BMR087
Langlaufende Staatsanleihen40 %TLTIBGL IE00B1FZS913
Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit15 %IEFIEGA IE00B4WXJJ64
Gold7,5 %IAUXGDU DE000A2T0VU5
Breit gestreute Rohstoffe7,5 %DBCEXXY DE000A0H0728

Was ist das All-Weather-Portfolio?

Das All-Weather-Portfolio stammt von Ray Dalio und seiner Firma Bridgewater Associates – dieselbe Denkweise steckt hinter Bridgewaters institutionellem Fonds „All Weather“. Ziel ist nicht, vorherzusagen, wie sich die Wirtschaft entwickelt, sondern eine Mischung zu halten, die in jedem Fall ordentlich abschneidet. Eine vereinfachte Fassung zum Selbermachen hat Tony Robbins in seinem Buch Money: Master the Game (deutsch: Money: Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit) bekannt gemacht; dort begegnen ihr die meisten Privatanlegerinnen und -anleger zum ersten Mal.

Die vier wirtschaftlichen „Jahreszeiten“

Dalios Grundgedanke: Wachstum und Inflation steigen oder fallen jeweils – daraus ergeben sich vier grobe Umfelder. In jedem glänzen andere Anlagen, also hält das Portfolio für jedes etwas bereit:

Steigendes Wachstum → Aktien und Rohstoffe liegen vorn.
Fallendes Wachstum / Rezession → langlaufende Staatsanleihen legen zu, weil die Zinsen sinken.
Steigende Inflation → Gold und Rohstoffe halten ihren Wert.
Fallende Inflation / Deflation → wieder legen vor allem die Anleihen zu.

Weil sich die Bausteine oft gegenläufig entwickeln, schwankt die Mischung viel weniger als ihre Aktien-, Gold- oder Rohstoffbausteine allein.

Was du erwarten kannst

All-Weather ist eine Strategie für Stabilität, nicht für Wachstum. st-ox rechnet für sie mit etwa 5 % nominaler Jahresrendite bei rund 8 % Volatilität – eine grobe Schätzung, keine Prognose. In der Praxis heißt das: In Bullenmärkten bleibt sie meist hinter einem aktienlastigen Portfolio zurück, in Crashs fällt sie viel weniger. Wer die höchste langfristige Rendite will und große Einbrüche aushält, kam historisch meist mit einer aktienlastigen Aufteilung weiter; wer einen ruhigen Verlauf und beständiges Verhalten schätzt, nimmt genau diesen Kompromiss bewusst in Kauf.

Auch die Bewertung spielt eine Rolle: Wenn der breite Markt teuer wirkt – siehe den Buffett-Indikator –, fühlt sich ein risikoausgewogenes Portfolio wie dieses meist deutlich ruhiger an als ein reines Aktiendepot.

Grenzen

Häufige Fragen

Was ist das All-Weather-Portfolio?
Das All-Weather-Portfolio ist eine Vermögensaufteilung von Ray Dalio und Bridgewater Associates, die in jeder Wirtschaftslage ordentlich abschneiden soll – bei Wachstum, Rezession, Inflation oder Deflation. Statt stark auf Aktien zu setzen, verteilt es das Risiko auf Anlageklassen, die jeweils in einem anderen Umfeld gut laufen, sodass kein einzelnes Szenario das ganze Portfolio versenken kann. Eine vereinfachte Fassung hat Tony Robbins in seinem Buch „Money: Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit“ bekannt gemacht.
Wie ist das All-Weather-Portfolio aufgeteilt?
Die meistzitierte Fassung: 30 % Aktien, 40 % langlaufende Staatsanleihen, 15 % Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit, 7,5 % Gold und 7,5 % breit gestreute Rohstoffe. Der große Anleiheanteil gleicht das Risiko des kleineren, aber schwankungsreicheren Aktienanteils aus; Gold und Rohstoffe sichern gegen Inflation ab.
Welche Rendite bringt das All-Weather-Portfolio?
Es zielt auf stetige, moderate Renditen statt auf maximales Wachstum. In der Vergangenheit brachte es moderate Jahresrenditen bei deutlich geringeren Rückschlägen als ein reines Aktienportfolio. In starken Bullenmärkten bleibt es meist hinter einem aktienlastigen Portfolio zurück, in Crashs hält es sich viel besser – genau dieser Kompromiss ist der Sinn der Sache.
Was unterscheidet das All-Weather-Portfolio von einem 60/40-Portfolio?
Ein 60/40-Portfolio bezieht den größten Teil seines Risikos aus dem Aktienanteil von 60 %. All-Weather verteilt das Risiko bewusst gleichmäßiger: viel mehr langlaufende Anleihen und dazu Gold und Rohstoffe für Inflationsphasen. Die Wertentwicklung verläuft meist ruhiger, mit kleineren Rückschlägen, aber geringeren Renditen in Aktien-Bullenmärkten.
Welche Nachteile hat das All-Weather-Portfolio?
Der große Anteil langlaufender Anleihen reagiert sehr empfindlich auf steigende Zinsen – genau deshalb war 2022 ein schweres Jahr. In langen Bullenmärkten verdient es meist weniger als ein aktienlastiges Portfolio, und der Rohstoffanteil kann jahrelang bremsen. Es ist eine Strategie für Stabilität und Beständigkeit, nicht für maximales langfristiges Wachstum.

Das All-Weather-Portfolio in st-ox

Übernimm diese Aufteilung direkt ins Rebalancing, wechsle zwischen US- und europäischen ETFs und rechne eine Einmalanlage oder monatliche Sparraten über 1 bis 30 Jahre durch. Kostenlos, ohne Werbung.

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Nur zu Informationszwecken. Keine Anlageberatung und keine Empfehlung, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen oder eine Strategie zu verfolgen. Die Ticker sind Beispiele für Fonds, die die jeweilige Anlageklasse abbilden, keine Empfehlungen.