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Tobins Q

Der Marktwert der US-Unternehmen geteilt durch die Kosten, ihr Vermögen neu zu beschaffen – ein Bewertungsmaß aus der Bilanz, das zeigt, ob der Gesamtmarkt teuer ist.

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Historischer Durchschnitt
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Spanne seit 1945
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Teurer als in
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Was ist Tobins Q?

Tobins Q stellt eine einfache Frage an ein Unternehmen: Ist es an der Börse mehr wert, als es kosten würde, es von Grund auf neu aufzubauen? Genau genommen ist Q der Marktwert eines Unternehmens geteilt durch die Wiederbeschaffungskosten seines Vermögens. Die Idee stammt von James Tobin, dem Ökonomen und Nobelpreisträger, der damit erklärte, wann Unternehmen investieren.

Rechnet man das für alle US-Unternehmen zusammen, erhält man einen Gradmesser für die Bewertung des Gesamtmarkts – verwandt mit dem Buffett-Indikator, aber gemessen am Vermögen der Unternehmen statt an der Größe der Wirtschaft.

So liest du die Kennzahl

Der natürliche Bezugspunkt ist 1: Bei Q = 1 bewertet der Markt die Unternehmen genau mit dem, was der Ersatz ihres Vermögens kosten würde. Unter 1 sind sie an der Börse weniger wert als die Summe ihrer Teile, über 1 mehr. Im langjährigen Durchschnitt lag Q knapp unter 1.

Weil sich die Kennzahl im Lauf der Zeit verschiebt – die Wirtschaft beruht heute viel stärker auf Marken und Kundenbeziehungen als auf Fabriken, und Bilanzen erfassen das kaum –, misst st-ox sie an ihrer eigenen Geschichte statt an einer festen Schwelle:

Die Anzeige oben ordnet den aktuellen Wert auf dieser Skala ein, mit Zwischenstufen („leicht unter-“ bzw. „leicht überbewertet“). (Für Statistikinteressierte: Der Abstand zum Durchschnitt wird in Standardabweichungen gemessen – für die Einordnung brauchst du die Mathematik aber nicht.)

Was das für dein Depot bedeutet

Wie andere marktweite Bewertungsmaße hat Tobins Q in der Vergangenheit Hinweise auf langfristige Renditen gegeben – auf den Durchschnitt der folgenden 5 bis 10 Jahre –, nicht auf den Kurs der nächsten Woche. Ein hohes Q heißt nicht „verkaufen“. Es spricht eher dafür, die Erwartungen zu dämpfen und bewusst zu entscheiden, wie viel Risiko du trägst. st-ox zeigt Q zusammen mit dem Buffett-Indikator und dem Abstand zum Trend auf der Seite Marktbewertung in der st-ox-App.

Tobins Q und der Buffett-Indikator

Beide sind die klassischen Kennzahlen für die Frage „Ist der Gesamtmarkt teuer?“, und meist stimmen sie überein:

Die eine misst den Markt am Einkommen der Wirtschaft, die andere an ihrem Vermögen. Sind beide gleichzeitig hoch – was oft der Fall ist –, ist das Bild eindeutiger als bei einer allein. Ganz unabhängig sind sie aber nicht: Beide teilen denselben Marktwert der Aktien durch eine andere Größe. Mehr zur zweiten Kennzahl findest du auf der Seite zum Buffett-Indikator.

Grenzen

Häufige Fragen

Was ist Tobins Q?
Tobins Q ist der Marktwert von Unternehmen geteilt durch die Wiederbeschaffungskosten ihres Vermögens – also das, was es kosten würde, diese Unternehmen von Grund auf neu aufzubauen. Benannt ist die Kennzahl nach dem Ökonomen und Nobelpreisträger James Tobin. Auf alle US-Unternehmen zusammen angewandt, ist sie ein grober Gradmesser dafür, ob der Aktienmarkt im Verhältnis zum Vermögen dahinter teuer oder günstig ist.
Wie hoch ist Tobins Q aktuell?
Den aktuellen Wert siehst du oben auf dieser Seite. Er wird aus Daten der Finanzierungsrechnung Z.1 der US-Notenbank berechnet: Marktwert der Aktien nichtfinanzieller US-Unternehmen geteilt durch das Nettovermögen dieser Unternehmen zu Wiederbeschaffungskosten. Neue Zahlen erscheinen einmal im Quartal.
Was bedeutet ein Q über 1?
Bei Q = 1 bewertet der Markt die Unternehmen genau mit dem, was der Ersatz ihres Vermögens kosten würde. Über 1 zahlt der Markt mehr, als der Neuaufbau kosten würde, unter 1 weniger. Für den Gesamtmarkt folgten auf ein hohes Q in der Vergangenheit meist niedrigere langfristige Renditen. Q ist aber ein Bewertungsmaß, kein Verkaufssignal, und der Markt kann jahrelang teuer bleiben.
Was unterscheidet Tobins Q vom Buffett-Indikator?
Beide messen die Bewertung des US-Aktienmarkts und zeigen meist dasselbe Bild. Der Buffett-Indikator setzt den Marktwert ins Verhältnis zum BIP, also zur jährlichen Wirtschaftsleistung. Tobins Q setzt ihn ins Verhältnis zum Nettovermögen der Unternehmen zu Wiederbeschaffungskosten, also zu einer Bilanzgröße. Das BIP ist eine Stromgröße, das Vermögen eine Bestandsgröße – in der Praxis steigen und fallen beide Kennzahlen aber gemeinsam.
Wo liegen die Grenzen von Tobins Q?
Wiederbeschaffungskosten sind schwer zu messen, besonders bei modernen Unternehmen, deren Wert in Marken, Kundenbeziehungen und Know-how steckt – Werten, die Bilanzen kaum erfassen. Deshalb kann Q heute dauerhaft höher liegen als zur Zeit der Industriekonzerne. Nutze die Kennzahl für einen groben Vergleich mit ihrer eigenen Geschichte, nicht als Auslöser für Käufe oder Verkäufe.

Die Anzeige in st-ox

Die Seite Marktbewertung zeigt Tobins Q, den Buffett-Indikator und den Abstand zum Trend mit ±σ-Bändern und einer zusammengefassten Einordnung – dazu Musterportfolios zum Vergleich. Kostenlos, ohne Werbung.

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Nur zu Informationszwecken. Keine Anlageberatung und keine Empfehlung, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen. Die Daten stammen von FRED und können verzögert sein oder nachträglich geändert werden.